Wer zimperlich ist, möchte sich beim Anblick der dicken Wangen und hervortretenden Fischaugen in einem Meer aus roter Sauce vielleicht lieber abwenden. Für viele ist es jedoch auch optisch ein Schmaus – der normalerweise zusammen mit Reis gegessen wird, um das duftende Curry aufzusaugen.

Fischkopfcurry gibt es nur in Singapur, dem Inbegriff eines kulturellen Schmelztiegels. Es kombiniert die Gewürze eines typischen südindischen Currys mit einem Fischkopf, einer Delikatesse der chinesischen Küche.

Jede ethnische Gruppe hier hat ihre eigene Version dieses Gerichts, mit kleinen Variationen beim Curry. Manche verwenden Tamarindenpaste für einen Hauch von Säure, andere fügen Kokosmilch hinzu für eine cremigere Konsistenz.

Als einziges ist der Kopf eines Red Snappers allen gemeinsam, der zusammen mit Gemüse wie Okra (Lady Fingers) und Aubergine in einem Pool aus scharfer Sauce schwimmt.

Stellt alles auf den Kopf

Das Fischkopfcurry wurde in der Küche eines kleinen indischen Restaurants in den 1960er-Jahren kreiert. Fischkopf ist an sich keine typisch indische Zutat, sondern soll chinesische Kunden anlocken, die dies lieben. Ein Restaurantbesitzer aus dem südindischen Staat Kerala kombinierte schließlich indisches Curry mit dem bei Chinesen beliebten Fischkopf.

Das Ergebnis war ein Hit. Heute steht es in indischen, chinesischen, malaiischen und Peranakan-Restaurants auf der Speisekarte und wird oft noch brodelnd in einem großen Tontopf serviert. Fischliebhaber werden bestätigen, dass die Wangen das beste Fleisch haben und dass die Augen eine ganz besondere Gaumenfreude sind.