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Durch die Umnutzung denkmalgeschützter Gebäude wird diesen neues Leben eingehaucht, und sie behalten ihre Bedeutung.

Fortschritt muss nicht immer bedeuten, dass alles glänzend und neu sein muss. Eine Leidenschaft für die Vergangenheit, ein wenig Fantasie und einige sorgsame Neugestaltungen haben es möglich gemacht, dass einige der denkmalgeschützten Gebäude durch die Umnutzung ein neues Leben erhalten haben. Drei Projekte zeigen, wie dies gemacht wurde.

Wieder wander-bar gemacht – Wanderlust Hotel (2 Dickson Road)

Was einmal eine alte Schule war, ist nun ein preisgekröntes Hotel mit äußerst coolen Räumlichkeiten. Das überhippe Wanderlust Hotel wurde in den 20er Jahren gebaut und 1989 restauriert. Es befindet sich in Little India und ist die Idee des abenteuerlustigen, singapurischen Hoteliers Loh Lik Peng. Wanderlust lockt mit seinen 29 Themen-Zimmern, die von industriellem Glamour bis zu monochromatischem Chic reichen, versierte Reisende an. Cocotte, das französische Bistro des Hotels, zieht viele Singapurer an, während andere es genießen, sich in den antiken Barbierstühlen in der Lobby zurückzulehnen und die Welt zu beobachten.

Dieses vierstöckige Art Deco Gebäude hat ihn beim ersten Anblick gefesselt, sagt Loh, der außerdem hinzufügt, dass er am meisten von den ursprünglichen Elementen und dem natürlichen Licht, das großzügig in die Lobby strömt, begeistert war – hierbei handelt es sich um eine typische Eigenheit der Häuser aus dieser Ära.

Anstatt sich von den Einschränkungen beunruhigen zu lassen, denen er beim Umbau begegnen würde, sah er es als eine Herausforderung an und setzte es sich zum Ziel, das Alte zu bewahren, ohne Kompromisse beim Neuen zu machen. Tatsächlich hat man sich viel Mühe gegeben, den architektonischen Charme und die passenden, historischen Designelemente des Gebäudes zu erhalten, wie die Holztreppengeländer und den grünen Mamorboden. Das Wanderlust hat immer noch die auffällige Fassade dieser Periode und die europäischen Jugendstil-Kacheln im Erdgeschoss. Außerdem hat er kleine versteckte Schätze beibehalten, wie z. B. einen kleinen Raum hinter der Rezeption, der mit originalen Kacheln geschmückt ist.

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Weil er gezwungen war, bei den Räumen mit den verschiedenen räumlichen Konfigurationen und Formen zu spielen, holte er weiter kreative Genies an Bord – die preisgekrönten Designagenturen Asylum, PhunkStudio und fFurious sowie das Architektenbüro DP Architects. Jede der Agenturen wurde mit der Konzeption des Looks für eine bestimmte Etage beauftragt. Asylum präsentierte „Industrial Glam“ für die Lobby, während PhunkStudio „Eccentricity“ für die 2. Etage wählte, wo Neon die meisten Oberflächen dominieren. Die 3. Etage „ist von DP Architects nach dem Motto Black and White“ gestaltet worden und verfügt über kontrastreiche Räumlichkeiten in schwarz und weiß mit Origami und Pop-Art-Kunstwerken, wohingegen die 4. Etage, Creature Comforts, von fFurious von der Fantasie inspiriert wurde und freundliche Monstermotive zeigt.

Aber trotz aller Neuerfindung bleiben immer noch Erinnerungen an die Vergangenheit. Es hat vielleicht nicht den Glanz eines Neubaus, aber Loh erklärt, dass dies absichtlich so ist. „Einige Unvollkommenheiten und Abnutzungsspuren machen dieses Projekt zu etwas Besonderen... und er besteht darauf, „dass die Geschichte des Gebäudes“ respektiert wird. „Unter dem Vorbehalt, dass man nicht „überrestauriert“, bin ich ein Verfechter Erhaltungsmaßnahmen - hier findet man Details, die es bei Neubauten nicht gibt“.

Diese intelligente Umgestaltung des alten Schulgebäudes in ein neues und zukunftsfähigeres Hotel hat 2011 den Architectural Heritage Award von der Urban Redevelopment Authority (URA) erhalten.

Eine Grande Dame erhält ein neues Kleid – Ascott Raffles Place Singapore (2 Finlayson Green)

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Das ehemalige Asia Insurance Building im Art-Deco-Stil war die natürliche Wahl für das Ascott Raffles Place Singapore, einen Serviced-Apartment-Komplex im Herzen des Central Business District. Diese ehrwürdige Einrichtung im Stadtzentrum erhielt einst den Spitznamen „The Queen“ aufgrund der Krone, die sie zierte und die installiert wurde, um die Krönung der britischen Königen Elizabeth II. im Jahr 1953 zu feiern.

„Wir haben eine einzigartige Erfahrung geschaffen. Das ganze Gebäude strotzt vor Geschichte und die Gäste haben das Gefühl, von der Vergangenheit umgeben zu sein“, sagte Wong Hooi Wai, Chief Development Officer von Ascott Limited 2009. In der luxuriösen, modernen Anlage befinden sich Plaketten, die an die Eröffnung des Gebäudes erinnern; außerdem gibt es ein Messing-Postwurffach, in das Gäste Postkarten und Briefe einwerfen können.

Genau wie diese Grande Dame einst das Symbol der aufblühenden Position Singapurs als Finanzzentrum war, reflektiert The Ascott das Singapur von heute: es ist ein modernes Wahrzeichen, das den Fortschritt verkörpert und gleichzeitig seine Geschichte bewahrt. Beim Design des Gebäudes vor 60 Jahren verband der Architekt Dr. Ng Keng Siang die Moderne mit lokalen Einflüssen.

Laut Wong bedeutete die Restaurierung und Umgestaltung des Asia Insurance Building Insurance ins The Ascott, viele originale Elemente intakt zu lassen, ohne Kompromisse beim modernen Komfort zu machen. Jedes einzelne Marmorteil des Gebäudes und seine traditionelle Fußgängerarkade (five-foot-way) wurden poliert. Und während dickes Glas installiert wurde, um jede Einheit schalldicht zu machen, blieben alle Stahlfensterstrukturen und ihre Messinggriffe erhalten. Die Inneneinrichtung wurde im Stil der 50er Jahre entworfen.

Nachdem jeder Quadratzentimeter des Gebäudes – vom Keller bis zum Dachboden – erforscht wurde, griffen Wong und sein Team nach den Sternen und installierten ein Schwimmbad auf dem Dach. Mit dieser umfangreichen Maßnahme gewann The Ascott 2009 den Architectural Heritage Award der Urban Redevelopment Authority URA. 

Ein regelbrechendes Revival – Red Dot Traffic (28 Maxwell Road)

Ein regelbrechendes Revival – Red Dot Traffic (28 Maxwell Road)

Eine weitere, interessante Wendung ist, dass das Hauptquartier der ehemaligen Verkehrspolizei auf der Maxwell Road, das einst die Verkehrsregeln des Landes verwaltete und regelte, nun red dot Traffic ist – ein eklektischer Ort, an dem Regeln dazu da sind, gebrochen zu werden.

Das 1928 errichtete Kolonialgebäude, das von einem Architekten des Public Works Department namens F. Dorrington Ward gebaut wurde, beherbergt nun Restaurants, Bars und das Red Dot Design Museum. Letzteres zeigt die größte Sammlung internationaler, moderner Design-Ausstellungsstücke in Asien, in einem Gebäude, das ursprünglich als Wohnung für junge verheiratete Beamte der Metropolitan Police Force diente. Der Gebäudekomplex war auch einst der Ort, an dem Führerscheinprüfungen abgenommen wurden.

Der Präsident von Red Dot Asia, Ken Koo, war von der Gelegenheit begeistert, sich in einem solchen Gebäude niederzulassen und fügt hinzu: „Alte Gebäude haben ihren eigenen Charme. Man kann fast hören, wie die Wände ihre Geschichten erzählen, während man durch das Gebäude geht.

Es sind jedoch nicht nur Geschichten, welche diese Wände mit sich bringen – die Übernahme eines solchen denkmalgeschützten Gebäudes geht einher mit einer langen Liste von Regeln für die Umgestaltung. Mehrere Strukturen mussten intakt bleiben wie z. B. Wandhalterungen, was ein besonders gründliches Nachdenken über die Umsetzung der Möglichkeiten erfordert.

„Der Denkmalschutzstatus zwang uns dazu, kreativ zu werden – bei Design und Kreativität geht es darum, Regeln zu brechen, um umso bessere Ergebnisse zu erzielen,“ sagte red dot Asia-Präsident Ken Koo. „Wir waren die ersten, die ein denkmalgeschütztes Gebäude, das dazu noch ein durch und durch seriöses Exekutivorgan beherbergte, knallrot anstrichen, was sich über viele Konventionen und Gebräuche hinwegsetzte.“

Die Designer wollten auch mit anderen Änderungen und Einbringungen überraschen. Deshalb wurden neben dem „Farbschock“ das Designmuseum und der Museumsladen vollständig aus den offenen Innenhöfen innerhalb des Gebäudekomplexes erschaffen. Als ein Lift gebaut wurde, entschied Koo auch, den Aufzugskern als Rohbetonstruktur zu lassen, womit nicht jeder einverstanden war. „Die Rohbetonstruktur ermöglicht verschiedene Designänderungen im Laufe des Tages durch die unterschiedlichen Schatten, die die Sonne auf die Struktur wirft. Der Aufzug ist auf seine eigene, unvollkommene Weise wunderschön. Ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können“, sagt er.

Heutzutage ist red dot Traffic ein wirklich ikonisches, neoklassizistisches Gebäude im Herzen von Tanjong Pagar und zieht neugierige Besucher an. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der MAAD (Market of Artists And Designers), der einmal pro Monat an einem Freitag stattfindet. Bei dieser Feier der Kreativität können Besucher Live-Musik und Live-Zeichenkurse beim ,Portrait After Dark' des OIC (Organisation of Illustrators Council) genießen. Es werden auch Bier und Nachos in einer provisorischen Bar im Museum ausgegeben. Man findet einzigartige und eigenwillige Artikel sowie Designerstücke an den über 70 kreativen Ständen, die von der Design- und Kunstgemeinde Singapurs zusammengestellt wurden. 

Man kann nicht wissen, welche Umnutzungsideen es für weitere historische Gebäude es noch geben wird. Wong hat es vielleicht am besten mit seinem Zitat ausgedrückt: „Denkmalschutz ist lebendig und entwickelt sich ständig. Was heute ein gutes, modernes Gebäude ist, könnte in fünfzig oder hundert Jahren ein gutes, historisches Gebäude sein – solange es würdig ist und die Kultur des Landes zu diesem Zeitpunkt bewahrt.“

Das Conservation Programme der URA begann in den frühen 1980er Jahren; etwa 3.000 Shophouses in den historischen Bezirken Chinatown, Little India, Kampong Glam und Boat Quay wurden erhalten. Historische Gebäude wurden seither stetig zur Erhaltung identifiziert. In den letzten beiden Jahrzehnten hat das Conservation Programme der URA mehr als 7.000 historische Gebäude in mehr als 100 Bezirken beibehalten.