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Müssen Sie sich von dem hektischen Leben auf dem Festland erholen? Auf den Southern Islands ist das einzige, was Sie stört, eine lautstarke Katze (oder zehn).

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Euren Duft von frisch geschnittenem Gras, frisch gebackenem Brot oder einer dampfenden Tasse Tee könnt ihr gerne behalten. Der beste Duft der Welt ist zweifelsohne der Geruch der frischen, salzigen Meeresbrise. Gut, dass das beste Gefühl passenderweise das Kitzeln des warmen Sandes zwischen den Zehen ist. Und der beste Klang? Das beruhigende Brechen der Wellen an einem Strand. Wir tendieren in Singapur dazu, diese Empfindungen zu vergessen – trotz der Tatsache, dass wir auf einer Insel leben. Zum Glück gibt es drei Gedächtnisstützen, die sich nur eine kurze Fahrt mit der Fähre entfernt befinden. St John's Island, Lazarus Island und Pulau Seringat.

Insel der Tiere

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Menschen mit Ailurophobie (Angst vor Katzen) haben auf St John’s Island wahrscheinlich nicht viel Spaß. Als der Fotograf, Wilson, und ich an einem strahlenden Donnerstagmorgen aus dem Boot steigen, werden wir von zwei Katzen begrüßt. Beim Überqueren des Bootsanlegestegs sehen wir drei weitere. Und dann sehen wir fünf weitere unter einem Busch. Diese Armee an Samtpfoten wird von dem Verwalter gut gefüttert und ist zutraulich und unglaublich lautstark. Ein energiegeladener, grauer Tiger, den wir wegen seines ständigen Rufens „Weh-weh“ nennen, folgt uns fast einen Kilometer lang bis zur kleinen, ruhigen Moschee auf der Insel. Wir glauben später, dass sein letztes „Weh-weh“ wahrscheinlich bedeutete: „Ihr glaubt wohl, Ihr habt schon viele Katzen gesehen? Wartet mal ab.“

Wie ein Teppich auf dem kühlen Betonboden liegen Dutzende der entspanntesten Tiere, die ich jemals gesehen habe. Wir steigen über sie, als ob wir ein Minenfeld überqueren, damit Wilson einige Fotos machen kann. Die Ruhe und Stille sowie das Cheshire-Cat-Grinsen der schlummernden Katzen verleihen diesem Bereich eine Atmosphäre wie bei Alice im Wunderland. Dazu tragen zwei weitere Anblicke bei: erstens, ein völlig unerwarteter Pfau, der faul mit seinem unverwechselbaren, spöttischen Ruf in mein Sichtfeld stolziert. Zweitens, eine Holztür zwischen zwei Ästen in einem Gehölz, die aus keinem erkennbaren Grund dort steht. Vor ihr gibt es nichts außer der tosenden Brandung. Dahinter ist nichts außer einem Haufen Blättern.

Trinken wie ein Soldat

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Es wird immer seltsamer, aber all das summiert sich zu einem Abenteuer, einer Schnitzeljagd, die man nie auf der viel entwickelteren Insel Sentosa finden würde.

„Es sieht aus wie bei Survivor: Singapur. Mit einem 7-Eleven-Laden in der Nähe“, scherzt Wilson. Außer, dass es nirgendwo einen 7-Eleven-Laden gibt. Wenn Sie etwas trinken wollen, müssen Sie ein wenig MacGyver spielen.

Wilson hält an einer schattigen Lichtung an, auf der sich Baumstämme stapeln. Der kompakte Fotograf streift seine Kameras ab, bückt sich und steht dann mit einer glatten, grünen Kokosnuss auf. Er sieht sich nach einem Stein um, den er dazu benutzen kann, die Nuss zu öffnen. Plötzlich hat man das Gefühl, sich in einem militärischen Dschungeltraining zu befinden. (Es hilft, dass er begonnen hat, mich halbernst Lieutenant oder LT zu nennen. Es wäre unhöflich, dies nicht zu erwidern, deshalb nenne ich ihn Sarge.)

„Sarge, Sie werden es nie schaffen –“

Schnell wie ein Blitz schlägt er die Kokosnuss dreimal gegen einen Stein. Klarer, sirupartiger Saft läuft heraus.

„Wie war das, LT?“ fragt er mit einem Lächeln, bevor er mich trinken lässt.

Die Tür zur Vergangenheit

Wir halten an, um einige Fotos eines Verwalters zu machen, der genauso braun und knorrig ist, wie der Baum, unter dem er steht. Dies ist Mohammed Shairi. Er ist 82 Jahre alt, und wir erfahren, dass er ein Stück lebende Geschichte ist.

„Er war hier, als die Japaner kamen“, sagt Wilson bewundernd und übersetzt das heisere Malaiisch des Verwalters. Mohammed sagt noch etwas, und sein grauer Star leuchtet auf. Sie waren sehr... unartig. Sehr böse.

„Er ist seit 50 Jahren Verwalter. Seine Eltern haben hier als Maler gearbeitet, als [St John’s] noch eine Quarantäneinsel (zum Testen asiatischer Einwanderer und Pilger, die aus Mekka zurückkehren) war.“

Wenn man ihn fragt, ob er das Leben hier oder auf dem Festland bevorzugt, zögert er mit seiner Antwort nicht. „Pulau!“ sagt der alte Mann mit einem Lächeln, bei dem er alle Zähne zeigt. Der lockere Lebensstil hier passt zu ihm; außerdem hat er eine kleine Plantage, wo er Bananen und Gemüse anbaut. Er besitzt auch ein Fischerboot, neben dem er stolz posiert.

Die Süße des Kokosnuss-Saftes liegt immer noch klebrig in meinen Mundwinkeln, und meine trockene Kehle ächzt nach einer kalten Dose. Mohammed winkt uns zu einem Kompong-ähnlichen Ort, und zeigt uns das Haus, in dem er aufgewachsen ist. Er zeigt auf einen freundlichen Kerl, der seinen dicken Bauch kratzt. „Er wird uns etwas zum Trinken verkaufen“, übersetzt Wilson. Wir nehmen uns 100 Plus und H20 für jeweils einen Dollar und bezahlen Saleh, den Mann mit dem Bauch. Auf dem Tisch neben Saleh befinden sich zwei hübsche, graue Kätzchen, die wie reinrassige Russisch Blau aussehen. Eine starrt uns mit hellen, unterschiedlich gefärbten Augen an.

„Wie viele Katzen besitzen Sie?“ fragen wir ungläubig und werfen einen kurzen Blick auf die zwei Dutzend, die sich alleine im Haus befinden.

„Zwei“, sagt er lächelnd.

„Aber... da...“ Ich zeige auf die Gruppe von vier Katzen, die zufrieden aufeinander schlafen. Insgesamt habe ich ca. 75 Mäusefänger gezählt, seit ich aus dem Boot gestiegen bin.

„Die? Der Rest sind nur Wildkatzen“, lacht er, und öffnet eine Dose Katzenfutter für seine grauen Kätzchen.

Kämpfen die Katzen untereinander? Fragen wir, während ein Hahn eine Staubwolke über seinem Körper aufwirbelt.

„Nein. Aber manchmal greifen die Katzen die kleineren an. Sie werden sehen, dass die kleinen Küken regelmäßig verschwinden“, sagt Saleh. Er kratzt seinen Bauch wieder – ein sorgenfreier Mann. Und warum sollte er sich auch Sorgen machen? Ich kann fühlen, wie mein Blutdruck hier um fünf Punkte pro Stunde fällt.

Drei sind einer zu viel

Verbunden sind St John's, Lazarus und Seringat wie Drillinge, die jeweils ihre eigene Persönlichkeit haben. Besuchen Sie St John's wegen seiner kühlen, schattigen Pfade, die zu einem Picknick einladen, und wegen seines Kampong-(Dorf-)Gefühls. Unterdessen verbindet ein Strand Lazarus und Seringat und kommt mit weichem Sand daher, der so weiß ist, dass es blendet. Und das soll er auch – die Regierung hat Tausende von Kubikmetern des natürlichen Sandes aus Indonesien importiert (nachdem er rigoros auf Sandmückeneier geprüft wurde, wie manche behaupten). Wandern Sie in den Nordosten an die Spitze von Seringat; dort werden Sie mit einer herrlichen Aussicht auf das Festland belohnt, die alles in die rechte Perspektive rückt. In weiter Entfernung sieht man glänzenden Stahl, Riesenräder und Stress. Hier nicht.

Wilson und ich saugen verschwitzt und sonnenverbrannt das friedliche Ambiente, das sich wie das „echte“ Inselleben anfühlt, auf. Hier hupen keine Autos, sondern Pfauen. Die Türen führen nirgendwo hin, außer zum Meer, und die wenigen Menschen, die auf der Insel arbeiten, sind alle der Meinung, dass das Pulau-(Insel-)Leben der richtige Weg ist.