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Was Kusu Island an Größe fehlt, macht sie mit spirituellem Gewicht wett. Reich an Geschichte und ohne Menschenmassen ist es der ideale Ort, um Frieden zu finden.

Going Places Singapore hat auf St John's, Lazarus und Seringat viel Sonne getankt und viel Spaß gehabt. Diese Woche steuern wir eine der Southern Islands an, die voller Legenden und Gebete steckt.

Auf der Fähre zu den Southern Islands sind nicht viele Menschen, aber diejenigen, die dort sind, sind unterhaltsam und sehr verschieden. Hinten sitzt ein kräftiger, aber fit aussehender Europäer, der Laufshorts und Kopfhörer trägt. Wilson (der Fotograf) und ich schätzen, er ist auf dem Weg zu einem ganztägigen Lauf. Vor ihm ist ein junges Pärchen, das kuschelt und Erdbeer-Pocky isst.

Und dann ist da Amy, eine Indonesierin Ende Zwanzig, die nüchtern auf die Wellen starrt. Warum ist sie heute auf dem Weg zu den Southern Islands? Sie spricht kein Englisch, deshalb kommunizieren wir auf Chinesisch – ihres ist nahezu fließend, meines eingerosteter als die riesigen Öltanker, die unsere Fähre winzig erscheinen lassen.

„Kusu. Ich fahre nach Kusu“, murmelt sie. „Ich fahre dort jedes Jahr hin. Ich bin letztes Jahr dort gewesen, und das Jahr war sehr, sehr gut.“ Ein Lächeln entwischt ihren Lippen. „Deshalb möchte ich es wieder machen und hoffentlich dasselbe Ergebnis erhalten. Ich bete für ein friedliches und glückliches Jahr.“

Einen Schritt zurück in die Vergangenheit machen

Wenn St John's, Lazarus und Seringat wie Drillinge sind – sogar Siamesische Drillinge –, dann könnte man Kusu als das ungeliebte Geschwisterchen beschreiben, das von den anderen getrennt ist. Und dennoch ist die Insel stark mit deren Geschichte verbunden.

St John's war einst ein Quarantänezentrum, und manche behaupten, es sei das größte der Welt gewesen. Später wurden dort unter den Japanern alliierte Kriegsgefangene untergebracht. Nach dem Krieg wurde es ein Opium-Behandlungszentrum. Allein 1956 gab es hier 680 Patienten, von denen die meisten männlichen Geschlechts waren. Während der Quarantänejahre wurden die Patienten, die auf St John's verstarben, auf Kusu begraben.

Sowohl St John’s Island als auch Pulau Ubin waren laut Gerüchten Standorte für japanische Foltermaßnahmen, deshalb ist es nicht überraschend, dass viele behaupten, hier spuke es. Nicht aber Kusu – diese Insel ist schon immer ein Ort des Friedens gewesen.

Warum wird eine Insel aber nach einer Schildkröte benannt (das bedeutet Kusu in Hokkien)?

Darüber gibt es viele Legenden, aber die beliebteste Geschichte ist die, dass zwei schiffbrüchige Fischer, ein malaiischer und ein chinesischer, von einer Meeresschildkröte, die sich in die kleine Insel verwandelte, vor dem sicheren Tod gerettet wurden. Bevor die Landgewinnung Kusu auf 8,5 Hektar vergrößerte, sah der Umriss der Insel einer Schildkröte ziemlich ähnlich. Ganz besonders, wenn man die Augen zusammenkniff. Deshalb leben wahrscheinlich Dutzende dieser Kriechtiere in einem Schutzgebiet in der Mitte der Insel, was zu dem verschlafenen Gefühl und dem wunderbar langsamen Lebensstil beiträgt.

Ich kann bestätigen, dass es nichts Hypnotischeres gibt, als ein ledriges Gesicht dabei zu beobachten, wie es aus seinem Gehäuse kommt und an einem Stückchen Kohl knabbert. Der kleine Kerl hat so langsam daran geknabbert, dass Zeit als Konzept keine Rolle mehr spielte.

In Stein gemeißelte Gebete

Der chinesische Tempel und die malaiischen Schreine hier sind genauso zeitlos – ein schöner Ausdruck der offenen, multikulturellen Ansicht von Spiritualität von Singapur. Heute fühlt sich die Insel an wie eine Oase, in die sich unter der Woche kaum Besucher verirren. Wenn der neunte Monat des chinesischen Mondjahres jedoch anbricht, tummeln sich Tausende von Pilgern hier. Wofür kommen Sie hierher? Ich frage Fuziyah, die lustige Verwalterin mit dem runden Gesicht.

Sie kneift ihre Augen zusammen und schaut zu mir auf. „Sie kommen zum Beten, sie beten für ein Baby, for 4D-Erfolg, und viele Menschen kommen, um um Gesundheit zu bitten.“ An den meisten Wochenenden sieht man Familien, die sich um eine zitternde Großmutter oder einen Großvater scharen, während sie von Altar zu rauchigem Altar gehen.

Wenn man aber Datok Gong, den anderen Schrein, besuchen möchte, muss man starke Beine haben. Er befindet sich 152 Stufen auf einen Hügel hinauf und ist eine seltsame Mischung aus muslimischer und chinesischer Ikonografie.

An der Treppe stehen Wünsche geschrieben, die Besucher in Tinte auf gelbem Stein hinterlassen haben. Die Bandbreite reicht von praktisch über herzzerreißend bis eigenwillig: Alle Examen bestehen. Ich wünsche mir, dass Papa ein guter Papa sein wird. Ich hoffe, bei meinem Studium hervorragend abzuschneiden („hervorragend“ wurde falsch geschrieben als „hervoragend“. Viel Glück, wer auch immer Du sein magst.) Ich möchte meinen Job noch länger behalten und einen guten Mann für's Leben finden 2.9.2014.

Während ich die aus dem Herzen kommenden, bunt durcheinandergewürfelten Wünsche lese, frage ich mich, ob die liebenswerte Indonesierin Amy heute ihre Spur auf den Steinen hinterlassen hat.

König für einen Tag

Als wir auf die Fähre zurück nach Singapur warten – das uns nach einem Tag auf diesen beschaulichen Inseln wie die „echte Welt“ vorkommt –, treffen wir auf die drei Fischer, die wir früh am Morgen gesehen hatten. Das entspannte Trio hatte uns erzählt, dass sie Zackenbarsch oder Seebarsch fangen wollten, es war ihnen aber egal, welchen von beiden.

Ich frage ein gähnendes Mitglied der Gruppe, wie der Tag verlaufen war. Er zieht an seiner Zigarette, zieht seine Oakleys über die Augen und runzelt die Stirn. „Wir hatten zu viel Erfolg“, antwortet er trocken. „Die Fische waren so groß, dass sie unsere Schnur gerissen haben.“

„Fangen und Freilassen“, grinst sein Freund.

„Dieser Typ, Blöd-sinn!“ lacht der Dritte. „Wir haben nichts gefangen“, flüstert er und lächelt dabei.

Keinen von ihnen scheint es zu stören, dass sie mit leeren Händen nach Hause fuhren. Meiner Einschätzung nach würde ich behaupten, dass ihnen ein Tag in der Sonne als Könige der Southern Islands gereicht hat.